Mit Sonderkennzeichen in den Frühling

Platz da! für Oldtimer, Cabrio und Bike. Mit den ersten langen Sonnentagen erobern Freizeitmobile die Straße. Sie fallen auf mit schönen Linien, aber auch mit Sonderkennzeichen. Die Nummernschilder in Rot und Schwarz sind praktisch und oft auch günstig.

H-Kennzeichen

Für nur 192 Euro Steuern im Jahr ein altes Fahrzeug lenken – egal, wie viel Hubraum unter der Motorhaube arbeiten. Besitzer von Klassikern freuen sich, wenn ihre Schützlinge die 30 Jahre erreicht haben.

Dann dürfen sie das H-Kennzeichen (H steht für Historisch) anschrauben und auch in allen Umweltzonen cruisen. Vorausgesetzt natürlich, die Fahrzeuge erfüllen die Voraussetzungen für den Oldtimer-Status.

Ein Herz und Geschäftssinn für das alte Blech zeigen auch viele Versicherer. Sie honorieren die Fürsorge der Fahrzeughalter mit speziellen Tarifen. Preis und Leistungen weichen teils erheblich von den normalen Prämien ab.

07er Kennzeichen

Noch so ein Angebot für die klassischen Schönheiten. Mit dem roten 07er-Schild dürfen auch Oldtimer ohne Betriebserlaubnis und Zulassung bewegt werden. Die teure Hauptuntersuchung mit den noch teureren Reparaturen fällt weg, die Einfahrt in alle Umweltzonen ist frei.

Einmal erworben, darf das rote Schild an mehrere Fahrzeuge montiert werden. Der Besitzer zahlt lediglich die Kraftfahrzeugsteuer für den leistungsstärksten Klassiker.

Die Option besonders für Oldtimer-Sammler hat ihren Preis: Erlaubt sind nur Touren zu Oldtimer-Veranstaltungen, Probe- und Überführungsfahrten oder zur Reparatur und Wartung in die Werkstatt. Zum Nachweis muss der Halter ein Fahrtenbuch führen. Das technische Kulturgut darf auch nicht öffentlich geparkt werden.

Saisonkennzeichen

Der Name sagt es: Fahrzeuge mit diesem Schild dürfen nur zeitlich begrenzt fahren. Konkret – zwei bis elf Monate im Jahr, erkenntlich an der mit einem waagerechten Strich getrennten Zahlenkombination am Ende der Nummer. Die oberen Zahlen geben den Anfang, die unteren Zahlen das Ende der Betriebslaufzeit an.

Für die Besitzer von Cabrios, Bikes oder Wohnmobilen spart die Option Zeit und Kosten. Die Wege für Zu- und Abmeldung entfallen, ebenso die Kosten für Versicherung und Steuern, die für die Restzeit des Jahres fällig wären.

Allein im Jahr 2015 nutzten laut Datenbank Statista über zwei Millionen Kraftfahrzeughalter dieses Angebot.

Wechselkennzeichen

Eins für zwei. Autofahrer können mit einem Schild ganzjährig zwei Fahrzeuge lenken. Dafür müssen diese derselben Klasse angehören und für das Nummernschild gleichgroßen Platz am Fahrzeug bieten.

Das kleine Kennzeichen bleibt fest montiert, das große wird ausgetauscht. Achtung: Auf der Straße darf nur das Fahrzeug rollen und abgestellt werden, an dem das Wechselkennzeichen auch angebracht ist.

Das klingt erst einmal verlockend, spart aber nicht wirklich. Für den Zweitwagen geben die Versicherer zwar Rabatt, der Fiskus verlangt jedoch für beide Fahrzeuge den vollen Steuersatz.