Raus aus der Staufalle

Das Chaos beginnt am 23. Juni und endet am 12. September. Auch in diesem Sommer werden sich Autos Stoßstange an Stoßstange auf der Fahrt in die Ferien anstellen. Im vergangenen Jahr bremsten 1,1 Millionen Staukilometer auf der Autobahn die Benutzer aus – so viel wie nie zuvor.

Ändern können Reisende an der Situation  wenig, den Stress senken schon.  1. Regel: Route austüfteln

Über 12 900 Kilometer Autobahn stehen in Deutschland mittlerweile zur Verfügung, das toppt in Europa nur noch Spanien. Aber auch die müssen inklusive der zahlreichen maroden Brücken instandgehalten und ausgebaut werden – vorzugsweise im Sommer.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen informiert auf ihrer Homepage, wo und wann  auf den Trassen gebuddelt und asphaltiert wird.

Die Baustellen für eine neue Routenplanung sind somit bekannt, eventuelle Grenzkontrollen zu Österreich und Dänemark über das Auswärtige Amtes einkalkuliert.

Wer jetzt noch die Möglichkeit hat, die stauträchtigen Anreisetage Freitag sowie Sonnabend zu umfahren und am Dienstag oder Mittwoch in den frühen Morgen- oder Abendstunden zu starten, ist vorbereitet und hat schon mal etliche Freizeitstunden gewonnen.

Der Tipp, den Stau auf Nebenstraßen clever zu umschiffen, ist dagegen nur die halbe Wahrheit. Andere Autofahrer haben dieselbe Idee.

Und Verkehrslage-Dienste werden zwar immer genauer, liefern aber nicht alle schnell genug und kostenfrei die gewünschten Informationen. Also wenn schon abfahren, dann auch in Kenntnis ausreichend vorhandener Ausweichrouten.

2. Regel: Auto checken

Der Urlaubscheck in der Werkstatt bringt das Fahrzeug in Topform. Den Rest besorgen die Autofahrer selbst: Benzin tanken, Scheinwerfer und Luft entsprechend der Ladung einstellen und Reserveöl einpacken.

Für die Passagiere gibt es Getränke, Proviant und etwas zum Zeitvertreib. Für den Notfall griffbereit sind Warnwesten, Verbandkasten und Warndreieck.  

3. Regel: sicher im Stau fahren

Zu spät! Man klemmt mitten in der Auto-Kolonne. Und das oft unverhofft, denn nicht jeder Stau ist vorhersehbar. „Es braucht nur ein Fahrzeug abrupt bremsen, und schon folgt ein kilometerlanger Stop-and-go-Verkehr.“

Stauforscher Prof. Dr. Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen rät deshalb: gleichmäßig mit ausreichendem Sicherheitsabstand fahren, spät einfädeln und häufigen Spurwechsel vermeiden.

Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei nutzen zur Unfallstelle die Rettungsgasse: auf drei Spuren die Lücke zwischen der linken und der mittleren, auf zwei Fahrspuren geht’s mittendurch.

Standstreifen sind für Pannen- und Abschleppfahrzeuge reserviert. Auf ihnen auch nur für wenige hundert Meter die nächste Ausfahrt ansteuern – das kann Bußgeld und Punkte kosten.