Reifenwechsel – so läuft es rund

Der Schuhhandel steht in den Startlöchern, der Reifenhandel auch: Es wird gewechselt von Winter- auf Sommersohlen. Sandalen lassen blasse Füße aufatmen und schöne Beine glänzen, Sommerreifen bringen Fahrspaß und Sicherheit.

Über 80 Prozent der Autofahrer rüsten im Herbst auf Winterreifen um. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) schätzt, dass ein Großteil davon jetzt wieder auf die Sommerpneus zurückgreift – aus guten Gründen. Mit dem Aus- und Anziehen allein ist es allerdings nicht getan.

 

Was kann der Sommerreifen, was die Winterware nicht packt?

Er ist bremssicherer, aquaplaningtauglicher und komfortabler. Der Spezialist für Hitze und Wasser rollt mit seiner harten Gummimischung problemlos auf heißem Asphalt und lässt mit seinem grob geschnittenen Profil das Wasser gut ablaufen.

 Für diese Bedingungen sind Winterreifen nicht ausgelegt. Der höhere Abrieb und der Rollwiderstand würden zudem den Kraftstoffverbrauch – immerhin sind Reifen zu 20 Prozent daran beteiligt – weiter nach oben treiben.

 

Sind Ganzjahresreifen nicht eine Alternative?

Jedenfalls keine sichere. Weil die Allwetterpneus winter- und sommertauglich sein sollen, sind sie bestenfalls ein Kompromiss und immer zweite Wahl.

Gerade in der warmen Jahreszeit kommen sie im Vergleich zu Sommerreifen aufgrund der weichen Gummimischung beim Bremsen deutlich später zum Stehen und halten das Auto in den Kurven weniger stabil.

Auch das Sparpotenzial ist begrenzt. Zwar entfallen die Kosten für Umrüstung und Lagerung, dafür steigen Kraftstoffverbrauch und Verschleiß.

 

Wann ist die beste Umrüstzeit?

Die Regel von O (Ostern) bis O (Oktober) gibt nur einen groben Anhaltspunkt. Nicht selten schneit es Ostern noch, und dann gilt die situative Winterreifenpflicht.

 Ganz sicher rollen Autos mit Sommerreifen, wenn die Temperaturen dauerhaft über sieben Grad Celsius liegen.

 

Selbst oder die Werkstatt montieren lassen?

Reifen selbst wechseln war gestern. Für das Auswuchten der Räder, das vor jeder Montage stehen sollte, um einseitige Profilabnutzung, Fahrzeugschäden und schlechten Fahrkomfort zu vermeiden, fehlt Laien das Wissen und das passende Equipment.

Autos mit elektronischem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) müssen nach dem Wechsel neu eingestellt werden. Das helfen die Werkstatt-Profis.

Auch wer mit Runflat- und UHP-Reifen rollt, ist auf professionelle Hilfe angewiesen. Das betrifft immerhin jeden dritten Autofahrer.

Laut BRV kann es durch Montagefehler zu gefährlichen Unfällen kommen. Solche Spezial-Schlappen gehören am besten in Profi-Hände.

 

Wann werden neue Reifen fällig?

Wenn sie zu wenig Profil haben, beschädigt, überaltert oder einseitig abgefahren sind. Reifenspezialisten empfehlen unabhängig von der gesetzlich vorgeschriebenen Profiltiefe von 1,6 Millimetern mindestens 3 Millimeter.

Was das Alter betrifft, so haben Reifen nach zehn Jahren ihre beste Zeit hinter sich. Sie sind ausgehärtet und oftmals beschädigt. Auf das Produktionsdatum verweisen die letzten Zahlen der DOT-Nummer auf der Flanke: 1805 = 18. Kalenderwoche 2005.

 

Reicht es, sich beim Kauf am Reifenlabel zu orientieren?

Das Öko-Label gibt Auskunft über Rollwiderstand, Abrollgeräusch und das Bremsverhalten bei Regen. Autoreifen sind damit besser, aber nicht umfassend vergleichbar.

Tests in Fachzeitschriften und die Erfahrungen der Werkstätten komplettieren die Kaufhilfe, indem sie  sicherheitsrelevante Kriterien wie Lebensdauer oder das Bremsen auf trockener Fahrbahn bewerten.

 

Umgerüstet und gut ist?

Schön wär’s. Die regelmäßige Wartung erst bringt Sicherheit. Wichtigster Check ist die Luftdruckkontrolle – möglichst an kalten Reifen und bei jedem zweiten Tank-Stopp.  Schäden kommen so ans Licht.

Außerdem fährt es sich mit dem korrekten Fülldruck kostengünstiger, länger und leiser. Gut, wer ein RDKS an Bord hat, das diese Aufgabe übernimmt.

Die optimalen Werte stehen in der Bedienungsanleitung, auf dem Tankdeckel oder Türholmen und berücksichtigen die Beladung des Fahrzeugs.