Vom Kerzenschein zum Laser-Licht

Herausforderungen der heutigen und zukünftigen Licht-Technik am Auto

Schon die ersten Automobile, die noch sehr an Kutschen erinnerten, waren beleuchtet. Entsprechend spendeten zunächst Kutschlaternen mit Kerzen und später Karbidlampen meist spärliches Licht. Mit der Elektrifizierung der Automobile begann dann die Ära der Glühlampen.

Osram entwickelte im Zusammenwirken mit Bosch eine Zweidraht-Autoscheinwerferlampe, die 1925 als Bilux-Lampe auf den Markt kam. Sie hatte zwei Glühfäden, je einen für Abblendlicht und Fernlicht, und wurde erstmals 1936 in der Serienproduktion ab Werk verwendet. Ein Reflektor richtete das Lampenlicht auf die Fahrbahn.

Anfang der 1970er Jahre wurde es dann deutlich heller auf den Straßen: Die neue H4-Halogenlampe für Abblend- und Fernlicht verdoppelte die Reichweite der Autoscheinwerfer.

Die Einführung des Xenonlichts Anfang der 1990er Jahre bedeutete einen weiteren Quantensprung in der Lichttechnik – mit erweitertem Lichtkegel, höherer Lichtintensität und geringerem Energieverbrauch.

Es folgten LEDs, die seit 1992 im Schluss- und Bremslichtbereich, seit 2004 als Tagfahrlicht und seit 2008 in Scheinwerfern eingesetzt werden. Die Vorteile: neues Scheinwerferdesign auf Basis von LED-Modulen, die sich für verschiedene Lichtfunktionen intelligent ansteuern lassen, dazu langlebige und energiesparende Technik. Darüber hinaus gibt es heute Laserlicht - eine Punktlichtquelle, mit der man einen speziellen Bereich der Straße genau und fokussiert ausleuchten kann und die als Fernlicht bis zu 600 Meter weit reicht. 

Welche Herausforderungen werden die heutigen und zukünftigen Licht-Techniken mit sich bringen? Nadine Schian, Pressesprecherin beim Lichthersteller Osram, dem offiziellem Partner der Licht-Test-Aktion, sieht eine Entwicklung darin, zum Beispiel die Laser-Technologie effizienter zu gestalten, so dass die Module kleiner werden und mit weniger Laserdioden auskommen, dabei aber dieselbe Lichtstärke und Reichweite erzielen.

„Anders als früher wird in Zukunft nicht eine Technologie die andere vollständig ersetzen. Sie werden vielmehr komplementär eingesetzt, um das bestmögliche Ergebnis aus Sicherheits- und Effizienzgründen zu erreichen“, zeigt sich Schian überzeugt. „So sind z.B. Scheinwerfer im BMW 7er mit LED-Technologie für das Abblendlicht und Laser-Technologie für das Fernlicht ausgestattet.“

Und diese Entwicklungen der Scheinwerfertechnologie werden ihre Verbreitung in den Automobilen sehr bald finden. LED sind bereits heute zunehmend bei Neufahrzeugen in allen Preiskategorien anzutreffen, auch wenn derzeit noch meistens eine Standardlichtlösung auf Basis von Halogen im Programm ist.

„Zudem gibt es für viele Gebrauchtwagen auch LED-Lösungen zum Nachrüsten von Osram, z.B. zusätzliche Nebellichter auf LED-Basis. Mit LED Retrofits wird es zudem möglich sein, herkömmliche Lichtquellen auf LED umzurüsten, z.B. für diverse Signallichtanwendungen“, so Schian.